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Beschreibung:
"457 S. Originalleinen mit Schutzumschlag."
Bemerkung:
"Arbeitsexemplar von Sibylle Lewitscharoff mit deutlichen Anstreichungen und Unterstreichungen, es scheint für sie eine wichtige Quellenlektüre gewesen zu sein. . - Inhalt: Einleitung: Weltentdeckung und Aufklärung -- Voraussetzungen: Reisen in der Zeit der Renaisance -- Reisen als Erfahrungsbereich und Bildungsmittel -- Auftrag und Abenteuer -- Tahiti: Die Entdeckung der exotischen Idylle -- Die Künstler-und Bildungsreise -- Enzyklopädische und philosophische Weltaneignung. - Die Begegnung mit dem Fremden, wie sie sich seit den ersten bedeutenden Zeugnissen der europäischen Reiseliteratur in der Zeit der Renaissance niederschlägt, die Entdeckung der mannigfaltigen unvertrauten Gegenden und Gegenstände, die sich dem Verständnis entziehen, ist keineswegs zu allen Zeiten dieselbe: auf die legendären und exotischen Wunder, die Marco Polo verbreitet, folgt das Abenteuer, die Entdeckung; dem Staunen folgt der Wille zu begreifen und schließlich eine Krise des eurozentrierten Bewusstseins, diesem die interpretierende Aneignung, bis sich im Lauf des 18. Jahrhunderts die Reise mehr und mehr in den Dienst der Wissenschaften, der Philosophie, der Aufklärung stellt. Die Geschichte des vernachlässigten Genres zeigt eine Entwicklung analog der des autobiographischen Schrifttums: nach langsamen, unbeholfenen Anfängen und vor-reflexivem Verfahren in der Art der alles beliebig und gleichwertig vermeldenden Chronik, die faktengebunden bleibt, führt sie zur überlegten Durchdringung des Weltstoffs und zum Erfassen von größeren Zusammenhängen, zur geschlossenen Darstellung eines bedeutenden Weltausschnitts. Der Reisebericht ist fast immer auch autobiographisch, wie die Autobiographie eine Reise in die unbekannte Welt des Ich und seine Erinnerungen heißen kann. Erst seit dem 18. Jahrhundert zielen die Reiseberichte und -Journale auf eine durchgearbeitete, von Willkür und Beliebigkeit gereinigte Form: Weltkenntnis beginnt reflektiertes Wissen zu werden und löst sich aus der bloß linearen Erzählweise mit dem Blick auf verschiedene fabelhafte Erscheinungen heraus. Die Entfaltung der Subjektivität ist die Voraussetzung für die Möglichkeit, Erfahrungen zu machen, umgekehrt prägen und bilden die Erfahrungen das Individuum und sein Bewusstsein, wie Montaigne dies bereits in seinen ""Essais"" wie in seinem Reisetagebuch erkennbar werden lässt. Trotz Kolumbus, Carletti oder Léry kann man im 18. Jahrhundert von einer raschen Steigerung im Niveau der Reisedarstellungen sprechen, die mit einer quantitativen Vermehrung und einer wachsenden Beliebtheit des Genres zusammengeht. Nicht minder überraschend ist die Mannigfaltigkeit der Reiseliteratur, die bald schon anfängt, modisch zu werden. Doch erst von G. Forsters ""Weltumseglung"" an kann man von einer philosophischen Reise sprechen. Hier kündigt sich die Vollendung der Gattung an, die er selbst dann in den ""Ansichten vom Niederrhein"" weiterführt, so dass seine Leistung für A. v. Humboldt zum Muster werden konnte, der als Autor, als Forscher und als Denker aus dem Jahrhundert der Aufklärung und der Revolution in der Lage war, enzyklopädischen Geist und eine unerreichte Vollkommenheit dem Reisebericht zu verleihen, noch eben bevor die Gattung zum einen zur geographisch-naturhistorischen Fachleistung, zum anderen aber zur Frage privater Impressionen und zur sozial-kritischen Skizze auseinanderzutreten begann. (Verlagstext). ISBN 3458049266 "