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103 S. Orig.-Broschur.
Bemerkung:
Sehr gutes Exemplar mit geringfügigen Gebrauchsspuren, Einband mit kleinem Aufkleberrest. -Aus der Bibliothek des Mediävisten Prof. Dr. Johannes Helmrath. / Das Berliner Volkskundemuseum, als "Museum für Deutsche Volkstrachten und Erzeugnisse des Hausgewerbes" gegründet, und durch die verhängnisvolle Teilung Deutschlands für Jahrzehnte in ein Ostund Westberliner Museum getrennt, beging in den bewegenden Herbsttagen des Jahres 1989 sein einhundertjähriges Bestehen. Einhundert Jahre Museumsarbeit mit unterschiedlichen Gewichtungen und Trends schienen uns Anlaß genug, nicht nur eine neugestaltete Ausstellung zu präsentieren, die die verschiedenen Aspekte volkskundlich-musealen Wirkens im zurückliegenden Zeitraum beleuchtet, sondern vor allem auch darüber nachzudenken und zu reflektieren, was volkskundliche Museen künftig erreichen wollen, und wie sie diese Ziele realisieren können. Der Rückblick auf die Museumsgeschichte konnte für den Zeitraum nach 1945 verständlicherweise nur den in unserer Verantwortung auf der Berliner Museumsinsel befindlichen Teil des seinerzeit noch getrennten Volkskundemuseums erfassen. Wissenschaftler aus Universitäten, Akademien und Museen des Inund Auslandes waren geladen, um vom 13. bis 17. November 1989 mit Referaten und in freimütiger Diskussion ihre Auffassungen über künftige Aufgaben und Möglichkeiten volkskundlicher Museumsarbeit darzulegen. Diese Tagung erfuhr, für Veranstalter und Teilnehmer gleichermaßen, durch die Öffnung der Berliner Mauer in der Nacht vom 9. zum 10. November 1989 eine ungewöhnliche Brisanz, die sich teilweise bereits in den Referaten und Diskussionen niederschlug. Aber nach dem bewegenden historischen Ereignis, das übrigens auch die Wiedervereinigung des über vierzig Jahre geteilten Berliner Volkskundemuseums möglich macht, haben gewichtige organisatorische und materielle Gründe das Erscheinen des vorgesehenen Protokollbandes immer wieder verzögert. Jetzt, da die Mittel bereitstehen, scheinen gerade die besonderen historischen dokumentarischen Aspekte der Maueröffnung einerseits und die der volkskundlichen Museumsarbeit in der damaligen DDR andererseits die verspätete Edition dieses Bandes zu rechtfertigen. Es ist mir deshalb ein Bedürfnis, vor allem unsere geschätzten Referenten und nicht zuletzt all jene, die diesen Band in die Hand nehmen werden, gleichermaßen um Verständnis für diesen ungewöhnlichen Zeitverzug zu bitten. Vorwort , August 1991.