Beschreibung:

11 S. 4°. 1. Ausgabe in dieser Form (insges. 2. Fassung des Liedes). farbige Titelillustration und Illustrationen von Hans Leip aus: "Die kleine Hafenorgel"

Bemerkung:

Weiterer Inhalt des Heftes: Drei rote Rosen (Gedenken); Heimweh; O Jonny; Nächtliche Ruhestörung ------ RARITÄT ---------- Lili Marleen ist ein Lied, das in der Fassung von Lale Andersen zum ersten deutschen Millionenseller und internationalen klassischen Soldatenlied wurde. Der Schriftsteller und Dichter Hans Leip schrieb den Text im Ersten Weltkrieg vor seiner Abfahrt an die russische Front Anfang April 1915, während einer Wache vor der Gardefüsilierkaserne in der Chausseestraße in Berlin. Im Herbst 1937 bat der Sänger Jan Behrens den damals bereits erfolgreichen Komponisten Norbert Schultze, mit dem er befreundet war, ihm ein paar Shanties für eine Radiosendung zu schreiben.[1] Norbert Schultze verfasste dann zu dem Gedicht Lili Marleen aus dem 1937 bei Christian Wegner in Hamburg verlegten Bändchen "Die kleine Hafenorgel" von Hans Leip eine Melodie. Zu jener Zeit existierte jedoch bereits ein Chanson mit einer Melodie des Hindemith-Schülers Rudolf Zink aus dem Jahre 1937. Diese Version war auch Lale Andersen bereits bekannt, da sie im Münchner Kabarett "Simpl" auftrat, wo sie Zink kennenlernte. Ende 1938 erhielt Lale Andersen Kenntnis von der zweiten Fassung mit der Melodie von Schultze. Die Erstaufnahme der Lili Marleen mit einem Orchester unter Leitung von Bruno Seidler-Winkler dauerte die ganze Nacht vom 31. Juli auf den 1. August 1939, abgemischt wurde am 2. August 1939 im Electrola-Studio, Berlin. Die Aufnahme sollte mit einem preußischen Zapfenstreich beginnen, im Hintergrund ein Soldatenchor und "dezenter Marschrhythmus" Es wurde zum "Symbol für Heimweh, Trennung und Sehnsucht [...], vor allem für Hoffnung auf Wiedersehen. Die Zeit - der Krieg, der immer furchtbarer wird, die Umstände haben das bewirkt". Als A-Seite diente eine weitere Leip-Vertonung mit einem Text von Schultze (beide Titel unter dem Pseudonym "Frank Norbert"), Drei rote Rosen (Gedenken). Von der im August 1939 unter Electrola EG 6993/ORA 4198-2 veröffentlichten Platte wurden gerade einmal 700 Exemplare verkauft. Sie geriet zunächst in Vergessenheit. Das melancholische Soldatenlied über Abschied, Trennung und ungewisse Heimkehr ist zwischen Soldatenlied und Schlager zu klassifizieren.