Beschreibung:

Öffentliche Kunstsammlung Basel/Kunstmuseum, Paul-Sacher-Stiftung Basel. [Übers. aus dem Franz.: Hubertus von Gemmingen. Übers. aus dem Engl.: Almut Hüfler. Übers. aus dem Russ.: Annett Jubara]. 2. Auflage. 532 S. mit 237 Abbildungen, mit Schutzumschlag gebundene Ausgabe, Leinen, Exemplar in guten Erhaltungszustand

Bemerkung:

Gegen Ende des 20. Jahrhunderts verstärkt sich das Bedürfnis, das Zeitalter der Moderne zu befragen. Gesichtspunkte beginnen sich zu verschieben, Einschätzungen unterliegen einer Probe, neue Erfahrungen spielen sich ein. Das gilt für Werke einzelner Künstler, aber auch für historische Konstellationen. Den Klassizismus der zwanziger Jahre hat man meist als eine unter dem Eindruck restaurativer Ideologien sich entwickelnde Gegen-Moderne verstanden, deren Devise Jean Cocteau in seinem Buchtitel Rappel ä fordre auf eine Formel brachte. Die Ausstellung Canto d'Amore. Klassizistische Moderne in Musik und bildender Kunst 1914-1935 zeigt, daß dieser Klassizismus angemessener als eine "andere" Moderne verstanden werden sollte, jedenfalls dann, wenn man die Arbeit ins Auge faßt, die durch die in ihr versammelten Künstler und Komponisten repräsentiert wird. Die Wendung, die etwa Picasso oder Strawinsky seit dem Ersten Weltkrieg künstlerisch vollzogen, meint keine Rückkehr vor die Moderne, sondern ihre Fortsetzung mit anderen Mitteln. Die Erinnerung an die Tradition des Klassischen aus diesem Blickwinkel verändert dabei auch deren Inhalte und Erscheinungsweisen tiefgreifend. Die Thematik der Ausstellung wird im Katalog in zahlreichen Essays und Werkkommentaren namhafter Autoren beleuchtet. Darüber hinaus sind hier künstlerische Gattungen einbezogen, in denen sich der Klassizismus jener Zeit manifestiert und die in der Ausstellung nicht dargestellt werden: Literatur und Architektur. Erst alle diese Facetten zusammen bilden jenes komplexe Bild einer wichtigen Phase der Kunstentwicklung des 20. Jahrhunderts, deren Rang und Aktualität unübersehbar ist. Vielleicht gehört es zu den größten Leistungen dieser "anderen" Moderne, die Vergangenheit auf neue Weise entdeckt zu haben. Es ist die Fähigkeit des Erinnerns, die mit dem Klassizismus der zwanziger Jahre zu einem integralen Bestandteil der Moderne wurde. (Klappentext) Musik 3720400891 +++++ 25 Jahre Antiquariat Christmann in Wiesbaden +++++