Beschreibung:

2 Bde. (I: Reise nach Montpellier; II: Reise nach Hyeres). Leipzig, Hartknoch, 1805-06. XVI, 391 S.; XIV (statt XVI), 352 S. Braune Pappbände der Zeit mit grünen, goldgeprägten Rückenschildern; Ecken etw. bestoßen, Rücken etw. berieben u. mit leichten Schabspuren.

Bemerkung:

Goed. V, 521, 33 u. 34; Huerkamp/Meyer-Thurow, C. A. Fischer, Bibl. Nr. 44-45. - Erste Ausgabe. Fischers Bericht von seiner letzten großen Reiseunternehmung, die ihn nach Südfrankreich führte, wo er von Marseille aus die Region bereiste. Fischer (1771-1829) hatte eine ungewöhnlich verschlungene Vita, die Arno Schmidt nicht entgehen konnte. In "Tina, oder über die Unsterblichkeit" hat dieser den fast Vergessenen wieder ins literarische Bewusstsein gehoben. Fischer wandte sich früh der Schriftstellerei zu und führte ein pikantes "literarisches Doppelleben": unter dem Pseudonym Anthing war er Verfasser zahlreicher erotischer, teils derb-erotischer Romane. Eine 1796-98 unternommene Spanienreise und die darüber verfassten Berichte legten den Grundstein für literarischen Ruhm, und als "Spanien-Fischer" hatte er sein eigentliches Genre, die "sentimentalisch-fragmentarische Reisebeschreibung ... oder Mischung von Thatsachen, Beobachtungen und Empfindungen" (so ein zeitgenöss. Rezensent, zit. nach Huerkamp/Meyer-Thurow, S. 114) gefunden. Durch eine erneute große Reise wollte Fischer, der mehr und mehr begonnen hatte, Reiseberichte "aus zweiter Hand" zu verfassen, den Glanz des langsam verblassenden Ruhms wieder aufpolieren. In bekannt gekonnter Manier und in "ungeziertem", flüssigen Stil verbindet er sorgfältig zusammengestelltes Faktenmaterial und touristische Information mit aus eigenem Augenschein gewonnener Darstellung der südfranzösischen Landschaft und ihrer Bewohner. - Die beiden Bände erschienen auch separat mit Einzeltitelblättern. Bei unserem Exemplar wurden diese Einzeltitel vom Buchbinder nicht beigebunden (da durch den gemeinsamen Titel ja "unnötig"), im zweiten Band wurde aus gleichem Grund einer der beiden mitgezählten (identischen) Zwischentitel ausgelassen. Titel mit je zwei alten Bibliotheksstempeln, durchgängig etwas gebräuntes bzw. stockfleckiges, gutes Exemplar.